National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0148 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / Page 148 (Color Image)

Captions

[Figure] Fig. 318. Sketch of the sedond construction.Skizze der zweiten Anlange.

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000191
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

d. Hinterw. ist als Rest eines Parinirvāṇa des Gautama Buddha ein großer Sockel erhalten, welcher sich die
ganze Breite der Wand entlangzieht. Von der Buddhafigur usw. ist nichts mehr erhalten. Nur sieht man unter
dem Plafond Reste zahlreicher plastischer Figuren und auf der Decke selbst halbzerstörte Gemälde, welche
herbeifliegende, musizierende und Blumen werfende Götter darstellen. Sie sind sehr schön gewesen. Die dem
Nirvāṇasockel gegenüberlieg. Schmalw. war in folg. Weise ausgestattet. Unter drei Dübellöchern, welche
zur Befestigung eines Balkons oder großer »Clay«-Figuren gedient haben mögen, ist unt. in d. W. eine oben
abgerundete Nische A 1,10 m h., 67 cm br. Welche Figur in der Nische gesessen hat, läßt sich nicht mehr aus-
machen. Umgeben war die Nische von zehn gemalten, stehenden und knienden Religiosen. Diese Figuren sind
etwas höher als die Nische. Über der Nische sieht man vier prächtige Phönixe. Viele
Köpfe der früher sehr schönen Mönchsfiguren fand ich herausgeschnitten:
1 ein nackter Jaina-digambara, der Kopf ist herausgeschnitten, die Merkwürdigkeit
aber, daß die Figur ein Liṅgavalaya trägt (genau von ders. Form, wie sie noch in Indien ge-
tragen werden) hat der Mann, der die Platte ausschnitt, übersehen, 2 ein Mönch im Flicken-
kleid, 3, 4, 5 drei buddhistische Mönche; der mittelste von ihnen hat ganz dunkle Hautfarbe.
Alle diese Figuren stehen. 6, 7 sind zwei kniende Mönche, 6 ist von ganz dunkler Hautfarbe.
8, 9, 10 drei stehende Mönche, der mittelste ist wieder von dunkler Hautfarbe.
Nach meiner Auffassung gehört diese Gruppe noch zum Parivāra des vor d. Rückw. des Ganges dar-
gestellten, ins Parinirvāṇa eingehenden Gautama Buddha, welcher zerstört ist.

2. Anlage.

Am Ende der Hauptgruppe der Höhlenanlagen (Fig. 85 b) führt unter der von uns »Teufelshöhle« ge-
nannten Höhle ein schmaler, rauher Pfad in NO-Richtung am Rande der Berge in die Höhe, um auf einer vor-
tretenden Spitze angelangt fast direkt in N-Richtung in ein rauhes Tälchen zu führen, welches unmittelbar unter
der letzten Erhebung der Hauptberge liegt. Der ganze Weg, welcher in seiner vorderen Hälfte hinter einigen sehr
zerstörten Höhlen, welche in der Fortsetzung der Hauptgruppe am Fuße der Berge lagen, entlang läuft, mag
etwa eine halbe Stunde betragen. Unter der erwähnten höchsten Erhebung der Hauptberge liegt in einer Reihe
eine interessante Anlage, über welche unten noch ausführlicher die Rede sein soll. Geht man von dem Tälchen
am Fuße dieser großen Gruppe noch etwas in fast O-Richtung über einige rauhe Erhebungen abwärts, so trifft
man auf eine vereinzelt liegende stark zerstörte Höhle. Sie war einst schön bemalt, aber ist nun so zerstört,
daß sich nichts Nennenswertes bei ihrer Räumung ergab, außer etwa die Beobachtung, daß ihr Gewölbe mit
dem bekannten Nonnenmuster (Buddha- und Bodhisattvadarstellungen) bemalt war.
Die Hauptanlage liegt, wie die beigegebene Skizze Fig. 318 zeigt, hinter einer ziemlich ungleich hohen
Terrasse, welche besonders in der Mitte (zw. x und y) deutlich ist. Es scheint sogar, als ob die mit diesen Buch-
staben bezeichneten Punkte irgend eine Anlage (Treppenwangen oder Stūpas auf Vorsprüngen) andeuteten;
erhalten ist davon nichts mehr, da die bezüglichen, sicher aus ungebrannten Ziegeln aufgeführten Gebäude
unter den Schlammrunsen, welche sich über die Mitte der Anlage ergossen haben, verschwunden und darin
verbacken sind. Noch schlimmer verschüttet mit dicken Schlammassen, welche vom Gipfel der Berge sich
herabgegossen haben, waren die anliegenden Höhlen 16, 17, 18, 19.
Auf der Höhe der Bergkuppe über den Höhlen sind Reste von Gebäuden; anscheinend waren es Stūpas.
Beginnen wir mit der O-Gruppe, welche nach meiner Zählung die Nummern 1—6 umfaßt, so fällt uns auf,
daß sie etwas mehr
zurückliegt, als die
Hauptterrasse und
daß auch die ihr vor-
liegende Terrasse bei
weitem nicht so regel-
mäßig ist, wie die im
Zentrum der Anlage
gelegene. Gruppe 1—6
enthielt Wohnhöhlen
(Asketenhöhlen) 2—4
und eine schön aus-
gemalte Höhle des
jüngeren Stils (1).