National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0302 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
Citation Information
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Figuren des Mittelbildes (2,65 m breit, 1,20 m hoch über dem Sockel, bis zum Übergang der geraden Wand in
das Gewölbe reichend): 1,90 cm hoher, sitzender Buddha, unter einem reichen Schirme, predigend. Auf der Oberlippe
ein leichter Schnurrbart, aus dem Scheitel erhebt sich ein Strahlenwirbel. Sein Untergewand ist grün, so auch der heraus-
tretende R. Ärmel, das Übergewand rot. Er sitzt auf einem Felsen, vor ihm steht ein Tisch mit drei Lampen. Er hat
ein Parivāra von zahlreichen Figuren (2—36), welche alle mit gefalteten Händen (āñjali) sitzen, die Vollfiguren in der
vorderen Reihe (2—4, 8—10) sind 50 cm hoch. Sie sitzen alle auf Lotussen. In den obersten Reihen ist hinter 36 wahr-
scheinlich einer, hinter 26 aber zwei verloren, 2—13 Bodhisattvas, 14—19 Bhikṣus, 20—24 Bhikṣus, von denen einige
sich umwenden, 25—28 Dämonen, 29 pausbackiger Gott, 30 dunkelfarbiger, bärtiger Gott mit zornigem Gesicht,
31 Gott (śānta) mit blauen Haaren, 32 bärtiger Gott mit Drachenkopfhaut als Helm, 33 behelmter bärtiger Gott,
34 unbärtiger Gott mit Panzer und Helm, 35 Göttin, 36 Rest eines Kopfes mit blauem Bart, wie ein Brāhmaṇa.
Unterer Teil des Mittelbildes: 37—44. 37 Unmittelbar unter dem großen Buddha 1 steht ein 72 cm hohes Tor
mit Dach und Balken darauf, auf diesem sitzen vier 19 cm hohe, meditierende Buddhafiguren auf fast pilzförmigen
Lotussen (a b c d), vor ihnen knien drei Kinder mit gefalteten Händen (↓); vor dem Tore sitzt 38 ein 56 cm hoher
Brāhmaṇa auf einem Postamente und schlägt mit erhobener R. auf eine große Pauke. Aus der Pauke sprüht eine Garbe
Strahlen hoch (Darstellung der Töne), an deren ob. Enden je eine lotusblattförmige Scheibe sitzt mit darin stehenden
Brāhmilettern. Das Tor (37) geht auf; 39 45 cm hohe, kniende Figur in Bodhisattvātracht, (āñjali), doch ohne Aureole,
40 eine kleine runde Gruppe: predigender Buddha unter einem Schirm (scanopye), aus seiner Stirne schießen Strahlen
wie bei 1, er sitzt auf einem Lotusthron, vor ihm steht ein Tisch mit drei Lampen darauf, um ihn sitzen vier Götter oder
Bodhisattvas, alle āñjali, z. S. je ein Mönch, über ihm sieht man auf jeder Seite je eine heranfliegende, Blumen werfende
Devatā; 41 eine Gruppe kleiner Figuren: man sieht den Berg Meru, auf dem Berge ein Tempel als Darstellung der unteren
Himmel, neben dem Berge Sonne und Mond, um den Berg Wasser und den Cakravāḷawall. Vor dem Berge sitzt ein
Schmied in chinesischer Tracht am Amboß arbeitend (hämmernd) und hinter ihm ein Mann, der ihm hilft [Fig. 604] ¹);
42, 44 waren Inschrifttafeln, 43 ein ummauerter Raum, voll Wasser, in welchem zwei Götter mit Aureolen stehen, da-
zwischen eine kleinere Figur?, die Götter reichen dem eintretenden Schmied und seinem Begleiter Cintāmaṇis, 45 eine
Mauer mit Inschrifttafel davor, in der Luft darüber Lotusblumen, welche aus einer großen Wolke über dem ganzen Bild
herabfallen, vorne ist ein hämmernder Mann, welcher hier genau so gemalt ist, wie der Begleiter des Schmiedes in 41,
vor ihm ein stehender, predigender Mönch, daneben steht der Schmied, zum Himmel blickend und betend. Vorne steht
noch ein betender Mann. Über dem hämmernden Mann steht die später eingetragene Inschrift: bu lāmiärci das (ist
der) Schmied und daneben noch ein paar Mal ein b, als hätte sich der Schreiber verschrieben; 46 ein ähnliches Bild aus
dem Leben des gottseligen Schmiedes. Auf einer Plattform, welche vorne mit einer Barriere versehen ist, steht im Hinter-
grund der Schmied betend, vor ihm und hinter ihm je eine Devatā, jede eine Hand erhebend und hinter der vor dem
Schmied stehenden noch ein betender Mann. Hinter diesem läuft ein gelbroter Streifen, wie ein Feuerstrom vom Himmel.
Zwischen dem Schmied und der vor ihm stehenden Devatā fallen Cintāmaṇis herab; 47 eine große Gruppe: man sieht
eine Halle, auf deren Dach zwei Teufel sitzen, welche herabgrinsen. In der Halle sitzt ein Mann (?), welcher von zwei
Teufeln an den Haaren gefaßt und mit Stöcken geprügelt wird, vor der Halle liegt eine zweite männliche Figur, welche
in ähnlicher Weise von Teufeln gepeinigt wird. Dahinter am Rand der Terrasse steht ein Schwein, ein Hahn, ein Stier
und noch ein großer Vogel, vielleicht waren noch mehr Tierfiguren da, welche zerstört sind. L. neben der Halle ist ein joch-
artiges Tor, durch welches im vollen Jagen ein Reiter mit einer beilförmigen Standarte herankommt, wie es scheint,
um die Gequälten zu befreien. Der Raum, aus dem er kommt, ist halb zerstört, doch sieht man im Hintergrunde einen
Mönch in einer Rolle lesen, daneben zwei Diener? Es ist klar, daß durch das Lesen eines heiligen Textes des Dharmapāla,
unter dessen Machtbereich die Teufel stehen, welche die Insassen des Hauses peinigen, herbeigeholt wird, dem Unfug
seiner Untergebenen ein Ende zu machen [Fig. 605]. Fragmente dieser Darstellung fanden sich öfter in der Oase
Turfan (z. B. auf Hängebildern). Von 41 an sind alle Figuren nur 10—15 cm hoch. Das Mittelbild stellt Amitābha
vor: die Hammerschläge des frommen Schmiedes wirken als Paukenschläge am Tore von Sukhāvatī, das dem Ver-
klärten aufgeht. Die anderen, auf den kleinen Bildern vorkommenden Wundergaben, welche die Heilige erhält, sind
deutlich genug.
Seitenbilder von C: C, a—h, x—z.
Nur auf der inneren Seite sind diese Seitenbildchen so weit erhalten, daß ihre Zahl festgestellt und mehrere
von ihnen genauer beschrieben werden können. Auf der Türseite sind nur drei einigermaßen erhalten. Ihre Er-
klärung ist schwierig.
Innere Reihe C, a—h: C, a In der Mitte sitzender predigender Buddha 1, 2 3 4 5 vier erhaltene Bodhisattvas
als Parivāra, Rest zerstört. Vgl. C, c, e, g, x, z.
C, b 1 eine Devatā, stehend, vor ihr 2 ein stehender Mönch, in der Mitte 3 eine stehende Devatā, 4 ein Mönch
= 2, ein betender Laie 5, 6 eine abgewendet sitzende Devatā. Über den Ganzen eine dichte Wolke, aus der scheinbar
Schneeflocken fallen, oder sollen die Figuren . . . · · sieben weiße Punkte über 1—3 und vier Punkte · · · · über 5,6
Sternbilder sein?
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