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0204 Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1
Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 / Page 204 (Color Image)

Captions

[Figure] Fig. 445. Original each 56cm width.Orig. je 56cm breit.
[Figure] Fig. 446. Original 44 cm height.Orig. 44 cm hoch.

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doi: 10.20676/00000191
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Auf der R. und L. Seitenw. waren noch Reste: untere Teile von Wandgemälden, die mit dem aufrect-
gestellten Zahnschnittmuster nach unten abschlossen.

**Gewölbe.** Das Gewölbe ist zwar sehr zerkratzt, enthält aber noch manches Merkwürdige. Im Zenit
der Höhle sind drei gemalte Buddhas erhalten, welche, an Schultern und Füßen mit den erwähnten, flügelartigen
Ansätzen versehen, auf die Rückw. zu fliegen. Darauf folgt nach unten auf beiden Seiten ein schmaler, weißer
Streifen mit Resten von Brāhmīinschriften, welche
zur Bezeichnung der Darstellungen dienen, welche
der auf jeder Seite nach unten folgende, bedeutend
breitere Streifen enthält. Da sind zunächst die Na-
ksatras abgebildet, ziemlich in derselben Art wie
Bericht Taff. XXVI, XXVII. Obwohl die Inschriften
zerkratzt sind, enthalten die Reste doch deutlich
Namen der Naksatras in Brāhmī-Schrift. Nach unt.
folgt beiderseits ein schmalerer Streifen mit musi-
zierenden Göttern zwischen Glückswolken, dann je
noch ein schmalerer Streifen mit meditierenden Bud-
dhas meist in hochroten Roben. Darunter folgt
nun noch beiderseits ein breiterer Streifen, der sehr
zerstört ist. Er enthielt mehrere runde medaillon-
artige Bilder in schöner Blumenumrahmung, welche
stilistisch mit H. 14 u. 33, Hauptschlucht., Ming-Öi
beim Qumtura, Bericht Taf. XXIX, und den Höhlen
der 2. Anl. an der Berglehne von Murtuq verwandt ist.
So zerstört die Bilder sind, so ist doch deutlich, daß die
Aufopferungen der Bodhisattvas abgebildet waren.
So sind auf einem Bilde zwei dunkelfarbige Brāh-
maṇas beschäftigt, den Kopf eines fürstlichen Bodhi-
sattva abzuschneiden. Neben dem Bodhisattva sitzt
seine Gattin in scharlachrotem Gewande, ein Diener
steht im Hintergrunde. Interessant ist, daß das
Kostüm der Frauen in diesen Medaillons noch das
von Qyzyl ist (Fig. 444).
Unter diesen Medaillonstreifen begann das
aus Qyzyl bekannte Bergornament.
Die Dekoration der Seiteng., wie die des hint.
Ganges sind völlig zerstört, doch ist wahrscheinlich,
daß der hint. Gang genau so mit Figuren geschmückt
war, wie die Höhlen 5, 7.

**Höhle 3 b. »Handschriftenhöhle« ¹).** Neben
der beschriebenen Höhle lag, zum selben System
gehörig, die folgende. Ihre Anlage und Ausstat-
tung ist mit 3 a identisch, die Rillen in den Wänden,
abgestürzte Figuren, darunter wieder Frauen mit
entblößtem Busen — genau wie in der vor. Höhle.
Auch zwei schöne Buddhafiguren wurden gefunden,
welche aus vord. Ecken des hint. Ganges
stammten. Die Buddhafigur vor der Rückw. war identisch mit der in 3 a, nur war der Sockel kleiner. Auch
ihre Vesica war prachtvoll ausgemalt. Im Stumpf der Figur und im Schutt davor wurden ganze Lagen
Brāhmīmanuskripte gefunden.
Von Gemälden war wenig erhalten. An den Türw. fanden sich wieder Spuren schöner Stifterbilder,
über denen eine große Brāhmīinschrift gestanden hatte. Zerbrochene Stücke davon fanden sich im Schutt.

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