National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0289 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
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Citation Information
OCR Text
und eine Göttin, in Wolken stehend und mit den Füßen stampfend, sie schlagen mit Ruten nach fliehenden Sturm-
dämonen (Fig. 584).
Feld I (L. v. Eing.)
1 2 3 4 5̄ 1, 1—5 = I, 1—5; 1, 6—10 = I, 6—10. 1, 11—15 śivaitische Götter: 15 scheinbar Varāha,
6 7 8 9 10 d. h. ein Gott mit Schweinekopf, da er aber Kārttīkeya gegenüber sitzt, liegt wohl ein mißver-
11 12 13 14 15 standener, elefantenköpfiger Gaṇeśa vor (vgl. ob. S. 238), 14 ein dunkelfarbiger, sechsarmiger
A B C böser Gott, ein Schwert haltend, deutlich identisch mit dem Gott, welcher in H. 4 hinter Gaṇeśa
sitzt (Fig. 585).
A ein großer stehender, gepanzerter Gott mit Parivāra, ein Tempelchen haltend, B der gepanzerte Reiter, von
Frauen empfangen, mit großem Parivāra; dabei auch Reste der Gruppe der Trommler (Fig. 586), C = A mit Pfeil?
(schlecht erhalten).
Auf beiden Seiten haben wir also auch hier den Parivāra des Avalokiteśvara, in der unt. Reihe die
vier in den Ecken stehenden Lokapālas (I, A, C, I, A, C) und Reste der unbekannten Heldengeschichte.
Etwa dem Sockel des Stūpa usw. entsprechend folgt auf jeder Seitenwand noch je ein Feld von 2,05 m
Breite und der vollen Wandhöhe bis zum Gewölbe 2,70 m. Feld 2, II.
Beide Felder bilden je einen großen, aus stilisierten Wolken gebildeten Kreis. Den Fond des Kreises
füllt eine Gebirgslandschaft mit Bergen, Bäumen, Flüssen und Brücken, Tempeln und Wallfahrern in sehr
kleinem Format; als große Hauptfigur erscheint der Rückwand zugewendet in 2 Mañjuśrī, auf einem Löwen
sitzend, in II Samantabhadra, auf einem Elefanten. Über den Glückswolken über Mañjuśrī sieht man
die folgenden Figuren in der Luft:
3 2 1 4 5 1 ein Kopf eines Buddha, 2 eine R. Menschenhand, von der Außenseite gesehen, liegend, 3 ein mensch-
licher Fuß, 4 eine von innen gesehene, aufrechtstehende Hand, mudrā bildend, der Zeigefinger ist,
mit der Spitze auf den vorgespreizten Daumen gelegt, der vierte Finger von der Mitte an nach vorn gebogen, der 3.
und 5. Finger stehen aufrecht. 5 eine Glocke (vgl. die ähnl. Bilder in H. 21, S. 276).
Über Samantabhadra schwebt in ähnlicher Lage eine Steinplatte mit einem menschlichen Kopf darauf.
Diese seltsamen Darstellungen kann ich mir nur so erklären: Funde buddhistischer Figurenreste einer
älteren Zeit führten zur Wiedereinführung der Religion und Anlage einer Kultstätte für den Bodhisattva-
kult. Ob sich diese Rekonstruktion auf unsern Tempel bezieht, ist wahrscheinlich, aber nicht zu erweisen.
Die übrig bleibenden vorderen Flächen der Seitenw. III, jede 7,25 m breit, sind je mit fünf wand-
hohen Bodhisattvafiguren bemalt, welche nach der Rückw. gewendet stehen und auf III mit der L., auf 3
mit der R. Rosetten aus Glückswolken wie Blumen halten. In diesen Rosetten waren kleinere, jetzt zerstörte
Darstellungen auf Goldgrund. Alle Figuren, je 2 m hoch, standen auf Lotussen. Über jeder war eine 15 cm
hohe, 56 cm breite Tafel mit chinesischen Inschriften, Fig. 587, 588. Daran schlossen sich noch je 2 (auf jeder
Seitenw.) in derselben Richtung stehende gepanzerte Lokapālas mit Inschrifttafeln vor sich, aber die Figuren
selbst so groß als die Bodhisattvas mit den Inschrifttafeln darüber.
Das Gewölbe der Halle ist 4,75 m hoch, die Wände bis zum Übergang in das Gewölbe 2,70 m. Auf
beiden Seiten ist das Gewölbe mit acht Reihen 32 cm hoher meditierender Buddhas bemalt, in jeder Reihe
sind 56 Buddhafiguren. Die obersten Reihen stoßen im Zenit der Höhle mit den Scheiteln zusammen. Die
Gemälde der Türwände, Laibung usw. sind vernichtet.
Höhle 27 (Klementz: 6).
Diese Höhle ist eine fast quadratische Halle, Fig. 589, S. 284 (Tonnengewölbe), mit einem Sockel (B) vor der
Rückw., der noch 70 cm hoch ist, Fig. 589b. Auf der Rückw. sieht man noch eine große, breite Buddhaaureole,
darüber einen Schirm und glockenlautende Dämonen, darüber noch eine Festonborte, wie auf den Seitenw.
unter dem Gewölbeanfang. Unter dieser Borte sieht man R. u. L. noch blumenwerfende, fliegende Kinder
und darunter sieben Reihen betender und kniender Figuren.
Gewölbe. Die beiden Hälften des Gewölbes sind je mit fünf Reihen meditierender Buddhas bemalt von denen
jeder 28 cm hoch, 18 cm breit ist. Der darunter hinlaufende Feston ist 18 cm hoch. Das Gewölbe ist 3,20 m hoch.
Türwände c, C. Oben auf jeder Türwand c, C je ein großer Schirm (»canopy«) mit herabfallenden
Gardinen; darunter, gewissermaßen durch die Türe ins Innere schlüpfend, R. (C) ein bärtiger Mann,
L. (c) eine Frau; darunter je vier Reihen kleiner Mönchsfiguren: offenbar Stifter.
Seitenwände a, A. Die Seitenw. der Höhle enthalten je ein Bild mit vielen kleinen Figuren. Leider
sind diese Bilder, die fast miniaturenartig ausgeführt waren, sehr zerkratzt und verschmiert. Soweit die Schemata
der Bilder erkennbar waren, ergibt sich das Folgende:
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