National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0323 |
Altbuddhistische Kultstätten in Chinesisch-Turkistan : vol.1 |
| Ancient Buddhist Temples in Chinese Turkistan : vol.1 |
Captions
| [Figure] Fig. 635a. |
no captionno caption
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| [Figure] Fig. 635b. |
no captionno caption
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Citation Information
OCR Text
Noch etwa zehn Minuten weiter fluß-
abwärts liegt auf einer vorspringenden
Kuppe der W-Berge ein altes zerstörtes
Kloster. Ausgrabungen in dem Schutt des
Gebäudes ergaben keine besonderen Funde,
nur Fetzen uighurischer und chinesischer
Bücher, ein chinesisches gelbseidenes Buch-
vorsetzblatt und einige andere Kleinig-
keiten kamen zum Vorschein.
Etwa zehn Minuten den Fluß aufwärts liegen neben einigen Bauernhäusern in einer Seitenschlucht
einige Höhlen. Ausgrabungen ergaben kein Resultat. Die Höhlen sind so zerstört, daß sich so gut wie nichts
mehr erkennen läßt, als etwa das, daß die Anlagen denen zu Toyoq ähnlich waren.
Toyoq-Mazar.
31. Dezember 1906 — 11. Januar 1907.
In diesem alten Wallfahrtsort wurde nur wenig gearbeitet. Die buddhistischen Anlagen liegen N auf
beiden Ufern des Flüßchens, in einem engen Tal, doch befinden sich auch einige Ruinen ziemlich an der Straße,
welche von Qarakhoja an den Bergen entlang führt. Wir öffneten dort einen Sandhügel, der eine kleine Cella
enthielt, welche aus später Zeit stammte. Es fand sich da ein 40 cm hohes, aus Holz geschnitztes Bild des Ava-
lokiteśvara, viele z. T. stark lädierte Hängebildchen mit Abbildungen von Mönchen, Lokapālas und Devatās,
ferner Opferschälchen und ähnliches Altargerät aus Holz. Besonders merkwürdig waren einige Fähnchen
mit Darstellungen von Augen und Inschriften, in denen der Name Avalokiteśvaras in mongolischer Übersetzung
vorkam.
Etwa auf halbem Wege bis zu der Talecke, wo die Hauptgruppe der Ruinen steht, liegt eine moderne
Mühle. Unmittelbar neben oder vielmehr über dieser Mühle ist eine Ruinengruppe in einer Berghöhlung L. vom
Flüßchen. Ausgrabungen an dieser Stelle ergaben Reste uighurischer Manuskripte und Bilder, darunter auch
Papierpatronen zur Herstellung von Gemälden, welche wie die modern lamaistischen mit Nadeln vorge-
stochen waren.
Genauere Beschreibungen habe ich von den folgenden Anlagen gemacht: dem Hauptsystem des hoch-
liegenden Tempels auf der L. Flußseite (Klementz 36), der durch ihren kegelförmigen Turm über der Cella
auffallenden Anlage Klementz 6 auf dem R. Ufer, einer zwei etwas höher L. von der vorigen
gelegen und Mucilindahöhle benannt, weil der vom Schlangenkönig beschattete Buddha das Kultbild war,
einer noch höher und noch weiter L. in der Bergecke liegenden Höhlengruppe, und endlich einer sehr hoch
liegenden Höhle am Eingang des Tales wieder auf dem L. Ufer: Klementz 38.
Sicher ist in buddhistischer Zeit die Ortschaft auch ein Wallfahrtsort gewesen. Es geht dies schon
daraus hervor, daß die alten Anlagen alle möglichen Stilarten repräsentieren. Vorherrschend ist die lokale
Variante von Stilart 2 b. Die Räume sind noch die alten: Cella, Pfeiler, Umgänge, nur ist die Cella fast zu
Gangbreite zusammengeschrumpft und in einem Fall stellt sie sich sogar als ein quer zur Tür liegendes
Tonnengewölbe dar. Auch die quadratischen Bilder mit Buddhapredigten in der Cella sind noch da, daneben
erscheinen schon quadratische Felder mit je einem Buddha, R. u. L. davon einem stehenden Bodhisattva. Wir
sehen also schon das Eindringen der Darstellungen der »tausend Buddhas« in die Wandbilder. Über alle
Einzelheiten vgl. unten.
Daneben sind unter den Ruinen zahlreiche Einsiedlerhöhlen, welche meist um Versammlungshallen
gruppiert sind, vgl. »Bericht« S. 156 Fig. 149 D, und oben S. 194 f. die verwandte Anlage im Kies bei Sorčuq.
Jātakadarstellungen und Bodhisattva-Aufopferungen fehlen auch hier nicht, nur sind sie anders loziert und,
wie es scheint, auch viel ausführlicher dargestellt gewesen.
Große Tempelterrasse L. vom Fluß: Klementz 36.
Diese hochliegende Anlage, Fig. 636, liegt auf einer Freiterrasse an den Berg angelehnt. Die Mittel-
gruppe besteht aus einem Freitempel vom Typus der gegenüberstehenden Anl. 6: A mit einer vor der Fassade
des ganzen Systems vorliegenden Vorhalle. R. und L. davon liegen je vier kleine Tonnengewölbe b, B, jedes
mit besonderem Eingang von der Terrasse aus in gleicher Flucht mit dem Haupttempel. Sie lehnen sich schon
in halber Tiefe des Haupttempels A, der also tiefer in den Berg eingeschnitten ist, an den Abhang an, und diese
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