National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0544 |
Die Teufel des Avesta und Ihre Beziehungen zur Ikonographie des Buddhismus Zentral-Asiens : vol.1 |
| The Devils of Avesta and their Relationship to Iconography of Buddhism in Central Asia : vol.1 |
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Mönch, die Einkleidung eines Königs, darüber Vajrapāni ohne sichtbaren Donnerkeil, und darüber ein Haus mit einem Hofe, in dem fünf Pferde stehen; der Rand von Aureole und Mandorla zeigt wieder die Flügel. Also ist dem mythischen Buddhismus jener alten Periode schon Tantrisches beigemischt. Die nun losen Pferde können nur bedeuten, daß damals ein Nomadenvolk seßhaft wurde. Die Inschrift nennt einen Großkaufmann als Erbauer eines Vihāra, fremde Kaufleute gelten also als Vermittler.
Das vorhergehende Paar 2 (Fig. 80) und 5 (Fig. 79) ist sehr merkwürdig durch symbolische Andeutungen, welche durch eine Stelle des Kālacakra (V, 75) verständlich sind. Der Buddha heißt Simha, gleich nachher sogar „Mannstier" (narapuṅgava); er erhält einen Schirm mit Juwelenst iel, ein sonderbares Geschenk für einen Buddha! Der Geber kann nur der knieende König sein, hinter dem ein Devaputra mit einem Banner, das der Wind bewegt, steht. Hinter diesem ist plump ein Devaputra eingeschoben, dessen Gewand in das Banner übergeht und an der Vorderseite jene dütenartig en langen Manschetten hat, die den zum Pfahltod Verurteilten angesteckt sind (Fig. 81). Dadurch ist der Sinn des „Banners" oder „Schirmes" klar, und das hinter den Buddha stehende Paar dient nur zur Verhüllung der greulichen Vorstellung. Also zur Zeit des Buddha Simha, des Mannstiers, brachte ein König solche Menschenopfer. Auffallend ist die scheinbare Einschiebung der Anrede: o Ānanda, aber ebenso die Stellung ānanda siṃha siṃha parākrama. So werden wir wohl genötigt sein, ānandasiṃha zusammenzuziehen. Dadurch fällt der buddhistische Deckmantel und wir erhalten den Mannstier, dem das Opfer gilt, ihm dem Löwen in seiner Freude, den Löwenstarken. Was sagt nun die zitierte Stelle?
VĀTAIḤ SAṄGHATTAMĀNAIS TAḌID ANALA-
SIKHĀ DRĀVAYEN MŪRDHNI CANDRAM
YO YO BINDUR DRUTO 'SMĀD GALAHRDAYA-
GATO NĀBHIGUHYE NIRUDDHAH
BINDOḤ SYANDADRAVAM YAT KULIŚAMANI-
GATAM SANNIRUDDHAM DHVAJĀGRE
PRAJÑĀJÑĀNAKṢAṆAM TAD YADI DADATI
SUKHAM BINDUMĀLĀCYUTENA
„Durch zusammenprallende Winde bringt der Blitz, die Feuerflamme, den Mond hervor; jeder Tropfen ist schnell; deshalb gelangt er in Hals und Herz, bleibt stecken im Nabel und in den Geschlechtsteilen; der triefende Fluß des Tropfens, der im Juwel des Vajra ruht, ist behindert an der Spitze des Banners. Das ist der Moment des Erfassens der Erkenntnis, wenn der Kranz der Tropfen Wonne gibt durch Beständigkeit."
Die Bezugnahme auf Fig. 41, 42 des daśākāro vaśī ist klar. Wir sehen, wie das Befruchtungsvermögen als Somatropfen unter Blitz und Donner eindringt in den Zauberer. Die elektrische Ladung bleibt in den Unterleibspartien, der Zauberer ist also besessen und unsterblich. Als am Himmel ausgespannter Dämon, einer Standarte gleichend, empfindet er die Seligkeit, er hat den Moment des Erkennens erfaßt und diese Seligkeit ist ewig. Der manichäische Charakter des bestialischen Verses ist außer allem Zweifel. Es drückt also dieses scheinbar buddhistische Bild in deutlichen hieroglyphenartigen Figuren das Ende eines solchen Gauklers aus; ergeht, wie die Tantras das nennen, lebendigen Leibes in den Himmel ein. Der Tropfenring ist deutlich am Banner und auf dem Gewande des scheinbaren Devaputra; die Ränder von Aureole und Mandorla drücken den Sturm aus, hinter dem Kopfe des Buddha erscheint ein Padma, das Juwel Kuliśa (Vajra) ist in der Lotusrose.
Wenn nun schon dies Bild Greuel deckt, so sind die letzten geradezu diabolisch. Fig. 80(2) enthält in der Inschrift ein ganz rätselhaftes Wort: tulena. Dieses tula ist mit verschiedenen Juwelen geschmückt und so ist auch der Rand der Aureole und Mandorla mit kleinen Cintāmaṇis, die eine bunte Lichtgarbe sprühen, die fast flammenähnlich ist, besetzt, auch der Fond von Aureole und Mandorla (diaper) flimmert wie Brandfunken in der Asche. Auch hier gibt der Kālacakra eine Parallele: V, 87
DĀKINYO VAJRAPŪRVĀḤ PAŚUJANANI-
DHANE DHYEṢAṆĪYĀ NA VIDBHIḤ
SATTVĀNĀM RAKṢANĀRTHAM TRIBHUVANA-
GURUṆĀ SPHĀRITĀ LOKADHĀTAU
TASMĀT TĀ RAKṢAYANTI PRATIDINASA-
MĀYE SĀDHAKAM DVESĀYANTI
SĀDHYAḤ KARMAPRAHĀVĀD VRAJATI HI
MARAM SĀDHAKASYAISA MĀRAḤ
„Hexen, die vorher das Siegel erhielten, sollen Verständige nicht zur Ausrottung des dummen Volkes auffordern; ein Guru, der die
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